Wie die Zeit vergeht|Bloggeburtstag

1. Bloggeburtstag
„Hallo zusammen, mein Name ist Maria! Ich bin 20 Jahre alt und seit ca. 5 Monaten ist mein Zuhause die BG Klinik Bergmannstrost in Halle. Mein Leben änderte sich schlagartig, als ich am 2. März 2016 auf dem Weg zur Arbeit war. Ich hatte einen sehr schweren Verkehrsunfall bei dem ich mir wahnsinnig viele Verletzungen zugezogen habe. Woche für Woche versuche ich nun zu kämpfen und immer ein kleines Stück vorwärts zu kommen.
Ich möchte meinen Alltag im Krankenhaus mit euch teilen, meine Fortschritte dokumentieren, mir so die Zeit vertreiben und manchmal auch einfach nur meckern und meiner Wut freien lauf lassen.“

Das waren meine ersten Zeilen auf WordPress. Mariavelo war online und ich muss sagen, ich war wahnsinnig aufgeregt. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass es überhaupt jemanden interessiert, was ich so zu berichten hab. Dabei habe ich mich aber sehr getäuscht, wie sich schon in den ersten Wochen rausstellte.

Es ist ein Wunder, wie die Zeit vergeht. Früher in der Schule zog sich alles wie Kaugummi. Jetzt kommt man irgendwie gar nicht mehr hinterher. Die Zeit rennt. Seit einem Jahr schreibe ich nun regelmäßig über mich, meine neuen Erfahrungen im Rollstuhl, meine Familie und Freunde und über all das, was mich erfreut, bedrückt, ärgert, zum lachen bringt oder auch zum weinen.

Jetzt feiert mein Blog schon 1. Geburtstag und das hier ist mittlerweile Beitrag Nummer 77 !!!

Ich freue mich jedes Mal über die vielen Leser und das positive Feedback. Danke dafür! Es macht mir Spaß, meine Erfahrungen mit euch zu teilen und es hilft mir sehr, mit dem Geschehenen besser umzugehen.

Happy Birthday Mariavelo und auf das nächste Jahr! 

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In 11 Tagen um die Welt … Teil 2

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Nächster Halt – Reggio Calabria. Hier wollten wir einfach mal am Strand entspannen.
Der Weg bis dahin war nicht der einfachste, aber es hat sich gelohnt. Erholung pur! Die netten Bademeister hatten sogar ein Gefährt, mit welchem ich im Sand vorwärts kam. So konnte ich mich auch mal unten an das Wasser setzen. Nicht wirklich bequem, aber sehr lustig.

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Am nächsten Morgen legten wir im Hafen von Valetta an. Malta war das Highlight meiner Reise. Eine wahnsinnig schöne Insel, welche wir mit einem Hop-on-Hop-off-Bus erkundeten. Das war wieder Opas Stichwort. Er schleppte mich, wie die Girls auf dem Barcelona Ausflug, in die obere Etage. Hier hat man einfach die beste Aussicht. Ca. drei Stunden dauerte unsere Fahrt durch fast ganz Malta.

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Nächster Halt – Palermo auf Sizilien. Unmittelbar hinter dem Hafen schnappten wir uns ein Tuktuk. Herrlich. Wir quetschten uns zu fünft in dieses Gefährt und düsten durch die engen Gassen der Stadt. Puhhh … es hat wirklich an jeder Ecke gestunken. Und es war dreckig. Überall Müll und stinkende Dinge, die in der Sonne vor sich her schimmelten und gefühlt jede Minute ein Brechreiz bei mir auslösten. Trotzdem war es sehr sehr spannend, mal auf andere Art und Weise durch die Stadt zu fahren und Ecken zu sehen, welche man sonst vielleicht nicht zu Gesicht bekommt.

Gegen 22 Uhr legte das Schiff wieder ab und wir machten uns auf den Weg nach Sardinien. Cagliari hieß die schöne Stadt, die wir an diesem Tag unsicher machten. Schöne Gassen, viele Geschäfte und kleine süße Läden mit unzähligem Plunder.
Den Nachmittag haben wir mal wieder am Pool auf dem Sonnendeck ausklingen lassen, bevor wir uns für das Abendbrot fertig gemacht haben. Das Essen war übrigens jeden Tag aufs Neue megamäßig. Es gab nichts, was es nicht gab.

Der vorletzte Tag war wieder ein Seetag. Hier testeten wir den Burgenladen. Und es war ein Genuss! Abends ging es dann mal wieder ins Casino und zur Show, welche jeden Abend im Theater aufgeführt wurde.

Ibiza war unsere letzte Station. Hier machten wir einen Ausflug zum legendären Hippy Market. Ein Muss, wenn man einmal auf Ibiza ist, wurde uns gesagt. Und ja, es war sehenswert. Allerdings konnte man auch hier sehen, das alles sehr kommerziell geworden ist und irgendwie das Feeling verloren gegangen ist. Natürlich konnten aber auch wir nicht ohne ein kleines Mitbringsel zurück fahren.

Nachdem wir den letzten Abend auf dem Schiff genossen haben, ging es zurück zu unserem Ausgangspunkt Mallorca. Von hier flogen wir wieder nach Leipzig!
Ein wunderschöner Urlaub mit traumhaftem Wetter war nun vorüber.
Danke an euch – Oma, Opa, Mama und Hanna ❤

In 11 Tagen um die Welt …

… oder zumindest ein Stück Welt. Am 9.Juli startete ich in Urlaub Nummer zwei! Diesmal mit Oma, Opa, Mama und meiner Schwester. Es ging auf Kreuzfahrt. Ich glaube, viele stellen sich sowas total langweilig vor. Aber was gibt es cooleres, als jeden Morgen in einem anderen Land oder auf einer anderen Insel aufzuwachen ?

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Aida Stella – für die nächsten 11 Nächte unser Zuhause. Ein riesen Hotel auf dem Wasser. Für mich noch immer unverständlich wie sowas schwimmen kann. Wir hatten ein größeres Zimmer als üblich, natürlich behindertengerecht. Außerdem ein riesen Bad. Jedoch habe ich leider vergessen Bilder zu machen als noch alles ordentlich war.

Unsere Reise startete auf Mallorca. Ein paar Cocktails, eine Runde sonnen auf dem Sonnendeck und dann ging es mit Schwimmweste zur Sicherheitsübung.

Die erste Nacht war völlig entspannt und man hat nicht gemerkt, dass das Schiff in der Zeit mitten auf dem Meer düste. Wir verbrachten den ganzen Tag auf See. Überall war nur Wasser zu sehen und wir schipperten in aller Ruhe von Malle nach Korsika. Ajaccio war sehr schön. Wir erkundeten zu dritt die Stadt und ruhten uns später am Pool auf dem Schiff aus. Korsika war ziemlich bergig und die Bordsteinkanten waren alles andere als rollstuhlgerecht. Wir waren nach dem kleinen Trip völlig fertig.
Den Sonnenuntergang genossen wir mit einem Caipi auf dem Schiff, bevor meine Schwester dann mit mir meinen Lieblingssong beim Karaoke trällerte.

Am nächsten Morgen wachten wir in Italien auf. Der Hafen von Civitavecchia war nicht gerade schön und deshalb starteten wir gegen 9 mit dem Bus in Richtung Rom. Zum Glück war mein Opa dabei. Er musste mich nämlich in den Bus tragen. Die Fahrt bis in die Stadt dauerte ca. eine Stunde und anschließend machten wir eine Stadtrundfahrt. Mein erstes Mal in Rom und ich war ziemlich beeindruckt von der Stadt. Zumindest auf den ersten Blick. Wir hatten dann noch drei Stunden Zeit, Rom auf eigene Faust zu erkunden. Leider konnte ich mich nicht so wirklich auf die schönen Sehenswürdigkeiten konzentrieren. Überall waren Ecken und Kanten und Kopfsteinpflaster soweit das Auge reicht. Nach einer Stunde war ich genervt und stinkig. Mit dem Rollstuhl also nicht wirklich zu empfehlen. Bilder gibt es aufgrund meiner schlechten Laune also auch nicht viele. Ich war danach froh, endlich im Bus zu sitzen und auf dem Schiff wieder ordentlich voran zu kommen.


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Tag fünf verbrachten wir in Salerno. Hier hatten wir nicht viel vor. Wir schlenderten durch die Altstadt und tankten bei einer Pizza und einem Glas Wein Sonne. Am Abend testeten wir dann das 4D Kino an Bord und verspielten das erste Geld im Casino.

Fortsetzung folgt am Freitag 🙂

 

DU … !

Die schönsten Dinge findet man dann, wenn man nicht danach sucht! Und erst recht, wenn man nicht damit rechnet.

Eigentlich war mein Selbstbewusstsein immer auf Level 1000! Doch nach meinem Unfall fühlte ich mich manchmal wie ein Häufchen Elend, ganz ohne jegliches Selbstbewusstsein. Ich dachte zum Beispiel, ich werde nie wieder einen Freund finden! Wer würde sich schon jemanden im Rollstuhl aussuchen?

Aber auf einmal kamst DU …  Ein paar Dates und ich wusste, ich habs noch immer drauf 😉 Du hast mich aber mindestens genau so schnell um den Finger gewickelt und wir merkten einfach: das passt!

So langsam wird es Zeit, dass ich auch hier ein paar Worte über uns verliere. Ich bin wahnsinnig dankbar für die Momente mit dir und dafür, dass du mich so liebst wie ich bin! Trotz Rollstuhl!

Ich weiß nicht was du mit mir gemacht hast … aber es fühlt sich verdammt gut an! Du bist großartig!

Happy Birthday mein Herz ❤️ 


Scheunenfest

Was wär mein Leben ohne Familie und Freunde … ? Ein langweiliges, einsames, trauriges, sinnloses Leben, in dem es wenig zu lachen gäbe. Das letzte Jahr hat mir gezeigt, wie wichtig eine starke Familie und wahre Freunde sind. Einfach das Wichtigste!

Letztes Jahr haben mein Cousin und meine Schwester ihre Feier zur Jugendweihe abgesagt, weil ich noch im Krankenhaus lag. Sie wollten nicht ohne mich feiern, was ich total verstehen kann ;). Wir holten dies am 10.6.2017 ausgiebig nach. Wir feierten allerdings nicht nur Jugendweihe, sondern auch, dass ich noch lebe. Wir feierten also das Leben! Die ganze Familie war eingeladen und ich nutzte den Anlass gleich, um auch meine ganzen Freunde mit einzuladen. Hanna, Tim, Ich … ein Haufen Freunde und unsere große Familie!

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Die ganze Sause stieg bei uns auf dem Hof in einer riesen Scheune. Es gab ein großes Buffet mit leckerem Kuchen und herrlichem Abendbrot. Wir hatten DJ Rocky am Start, welcher einen Hit nach dem anderen brachte. Mein Papa baute eine geile Bar, an der Magic Steffi und Martin in ihrem Element waren. Außerdem gab es eine Zuckerwattenmaschine, einen Bierpongtisch, Platz zum tanzen und und und! Was will man mehr?

Ich kann gar nicht aufhören zu schwärmen. Es war perfekt! Vielen Danke an alle ❤

Nicht alle haben den Abend unbeschadet überstanden. Blutende Nasen, ein gerissenes Außenband und einige Kater am nächsten Morgen mussten wir verkraften. 100 Liter Bier, viele Flaschen Schnaps und eine Menge Wein lassen allerdings auf einen tollen Abend schließen. Ich bin Dankbar für so eine geile Fete mit euch! Immer wieder gern!!

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Back at it again

IMG_0357Nach der Ruhe kommt der Sturm … oder so ähnlich!? Nach ein paar Tagen Entspannung in Barcelona hieß es für mich Urlaubssachen auspacken, Festivalklamotten einpacken und Zelt startklar machen. Nach einem Jahr Abstinenz ging es dieses Jahr wieder zum SPUTNIK SPRING BREAK!  Schon Mittwoch Morgen standen wir mit unserem Klappfix auf der Insel. Herrlich! Super Wetter, überall laute Musik und schon viele betrunkene Menschen. Eigentlich beginnt das Festival erst Freitag Abend. Doch wenn man erst Freitag anreist, steht das eigene Zelt irgendwo in der letzten Ecke. Papa war so lieb und unterstützte uns beim Aufbauen bzw. wir ihn! Worauf er sich da einließ, wusste er vorher natürlich nicht so wirklich! DANKE Papi ❤

IMG_0353Das Klappfix stand wie eine Eins! Es war wirklich perfekt. Ich konnte problemlos mit dem Rollstuhl reinfahren und hatte darin viel Platz. Zum Schlafen haben wir eine Matratze in den Anhänger gelegt. Das war sehr praktisch und bequem!

Nachdem wir uns nach dem Aufbau nochmal zu Hause ausgeruht haben, ging es Freitag dann richtig los. Gut ausgeschlafen und mit viel Alkohol im Gepäck.

Freitag, Samstag, Sonntag … es war fast wie früher. Mit dem kleinen Nachteil, dass ich nicht mehr so schnell von A nach B kam. Gras und Schotter soweit das Auge reicht. Mit dem Rollstuhl ist das der Hass. Man kommt einfach nur im Schneckentempo vorwärts. Zumindest ich! Und als würde das nicht schon reichen, kam auch noch der Regen dazu. Der setzte dem Ganzen noch eins drauf und ich blieb einfach ständig im Schlamm stecken. Halleluja! Zum Glück war ich nicht alleine. Einfach schieben oder ziehen! Danke dafür 😉 ❤

Weder der Rollstuhl, noch das Wetter oder irgendwas anderes konnte uns die Laune verderben und wir feierten das Wochenende ausgiebig. Springbreak war geil und ich hoffe, es folgen noch weitere geile Festivals!!!!

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Reisen im Rollstuhl

Die letzten Tage und Wochen ist so viel passiert und ich hab so viel erlebt, dass ich mit dem Schreiben gar nicht mehr hinterher komme. Zum Glück schieße ich immer von allem und jedem ein Bild! Hier ein kleiner Rückblick zu unserem Kurztrip nach Barcelona.

Wir starteten am Mittwoch Morgen auf dem Flughafen Leipzig/Halle, über Frankfurt, nach Barcelona. Angekommen sind wir bei herrlichen 30 Grad und strahlend blauem Himmel. Genau das habe ich gebraucht. Sommer, Sonne, Meer und die besten Freunde an meiner Seite. Wir haben uns mit dem Taxi auf in unser Hotel mitten in Barcelona gemacht und als erstes die Zimmer erkundet. Zwei riesige Doppelbetten, ein herrliches Bad, welches sogar behindertengerecht war, und eine kleine Küche. 

Nach der Roomtour machten wir uns auf an den Strand. Schon nach den ersten Metern war ich begeistert von der Stadt. Begeistert von der Barrierefreiheit, welche sich wirklich durch ganz Barcelona gezogen hat.
Nachdem wir dann die Sonne am Strand genossen hatten, suchten wir uns ein süßes Lokal an der Promenade. Bei geilem Essen und leckeren Cocktails genossen wir den ersten Abend und machten uns dann mit einem kurzen Umweg durch einen Supermarkt auf in Richtung Hotel.


Donnerstag frühstückten wir gemütlich auf dem Zimmer und dann ging es auf ins Geschehen. Wir machten eine Stadtrundfahrt mit einem Hop-on-Hop-off-Bus. Ein Doppeldeckerbus, welcher an verschiedenen Punkten und Sehenswürdigkeiten anhält, an denen man immer ein- und aussteigen kann. Natürlich wollten wir oben in der Sonne sitzen. Das gestaltete sich etwas schwieriger als gedacht. Die Wendeltreppe war wahnsinnig eng und wir mussten schon lachen, da hatten wir noch nicht einmal begonnen. Die Mädels, eine rechts, die andere links unter meinem Arsch, haben mich dann irgendwie da hoch geschleppt. Wir konnten gar nicht mehr aufhören zu lachen als wir mitten auf der Treppe feststeckten. Das machte es natürlich nicht einfacher.
Wir haben es letztendlich aber geschafft und konnten die Rundfahrt oben auf dem Bus genießen. Geübt wie wir nun waren, machten wir den ganzen Spaß auch noch ein zweites Mal auf einer anderen Tour. Wir hatten mit dem Bus nun alle Sehenswürdigkeiten Barcelonas erkundet. Zwischendurch waren wir in einem süßen Restaurant essen und in den Einkaufsstraßen der Stadt shoppen. Auch hier war ich wieder überwältigt von der Barrierefreiheit. Es gab nicht einen Laden, welcher nicht mit einem Fahrstuhl oder einer Rampe versehen war. Ich kam überall ganz problemlos rein und alle waren wahnsinnig freundlich und aufgeschlossen.
Den Abend haben wir mit einer Flasche Wein ganz gemütlich am Strand ausklingen lassen. Nach meinem Unfall das erste Mal, dass ich wieder im Sand gesessen habe. Es war sehr komisch und richtig traurig, den Sand zwischen den Füßen nicht zu spüren. Der Abend war aber trotzdem fantastisch. Er hätte nicht besser sein können.


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Tag drei starteten wir wieder mit einem kleinen Frühstück im Hotelzimmer. Nachdem wir uns wieder einmal verirrten und irgendwo im Nirgendwo standen, hatten wir          U-Bahn fahren satt und stiegen auf Taxi um. Dieses brachte uns dann zu einer Seilbahn, mit welcher man vom Hafen bis auf einen Berg fahren konnte. Man hatte einen wunderbaren Blick über ganz Barcelona. Anschließend waren wir mal wieder was kleines essen und dann noch eine Runde shoppen. Nach einem kurzen Stopp im Hotel machten wir uns auf die Las Ramblas. Wieder essen! Tapas und ein schönes Glas Weinschorle. Herrlich. Eine Flasche Wein leerten wir dann noch heimlich auf der Straße, bevor wir den Rückweg antraten.

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Da wir nicht schon genug gegessen hatten, frühstückten wir am letzten Morgen auswärts. Und das war der Himmel auf Erden. Die letzten Stunden verbrachten wir am Strand in der Sonne. Die Zeit verging viel zu schnell und wir mussten zurück zum Flughafen. Wir flogen wieder über Frankfurt und weil wir dieses mal einen längeren Aufenthalt hatten, überbrückten wir die Zeit in der Lufthansalounge.
Die vier Tage gingen viel zu schnell vorbei und ich freue mich schon auf den nächsten Trip! Danke für die schöne Zeit ❤ #kerngoesbarcelona

 

 

 

Kern goes Barcelona

Was ist an diesem Himmel los? Ich saß am Fenster und habe den strahlend blauen Himmel beobachtet. Anscheinend habe ich das noch nie so ausgiebig gemacht! Mir ist noch nie aufgefallen, wie viel Verkehr da am Himmel ist.
Irgendwo weit neben uns flog ein anderes Flugzeug, weiter oben ein zweites und dann kreuzte eins weiter unten unsere Route. Beeindruckend.

Für uns vier Mädels ging es letzte Woche nach Barcelona. Ich habe auf meiner ersten Reise im Rollstuhl einen weiteren Vorteil entdeckt! Das Ein- und Aussteigen hat super, ganz ohne Probleme geklappt. Durch die Markierung ‚Priority‘ konnten wir ganz entspannt an den ganzen Massen vorbeiziehen und als erstes einchecken. Es ist nicht schlecht, an einer Riesen Schlage wartender, genervter Menschen vorbei zu gehen. Außerdem durfte ich immer als erste einsteigen. Dafür müsste ich mich am Gate direkt vor dem Flugzeug auf einen schmalen Stuhl umsetzen. Damit wurde ich dann durch den Gang bis zu unserem Platz gefahren. Für dicke Rollstuhlfahrer irgendwie nicht so praktisch. Aber scheinbar auch machbar.
Wir haben dann auf die selbe Weise das Flugzeug wieder verlassen. Diesmal aber als letzte.

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Wir mussten auf unserer Reise in Frankfurt umsteigen. Demzufolge machten wir den ganzen Spaß zwei Mal mit. Gegen meine Erwartungen war alles absolut stressfrei und entspannt und alle waren wahnsinnig nett, freundlich und sehr hilfsbereit. Der Service war hervorragend.  Ich weiß nicht, ob es an Lufthansa liegt oder ob alle Airlines so super organisiert und kompetent sind, wenn es um das Reisen mit Rollstuhl geht?! Ich war begeistert.

Auch rückzu sind wir über Frankfurt geflogen. Hier hatten wir gute drei Stunden Aufenthalt. Wir warteten in einer extra Lounge mit Getränken for free. Später wurden wir dann persönlich abgeholt und haben noch eine Last Minute Bustour über den halben Flughafen bekommen. Zu viert! Da unser Flugzeug nicht direkt am Terminal angekuppelt war, sondern mitten auf dem Gelände stand, wurden wir mit einer Art Hubwagen auf Höhe des Eingangs gefahren. Völlig abgefahren, ich hab sowas noch nie gesehen. Dann habe ich mich wieder auf den schmalen Stuhl gesetzt und wurde ins Flugzeug gebracht.

Das Fliegen war absolut unproblematisch und wie es in Barcelona lief, werd ich später erzählen … 

Ich vermisse meine Beine 

Sehnsucht ist was Schlimmes. Sie macht mich traurig und wütend und wird von Monat zu Monat immer größer. Es gibt immer mehr Dinge, nach denen ich mich sehne. Dinge, die ich langsam anfange, zu vermissen.

Ich vermisse das Laufen.

Ich vermisse es, den Sand zwischen den Füßen zu spüren.

Ich vermisse die Spontanität.

Ich vermisse es, an den Füßen zu frieren.

Ich vermisse die Schnelligkeit.

Ich vermisse das Gefühl von neuen Schuhen und Blasen an den Füßen.

Ich vermisse es, Fahrrad zu fahren.

Ich vermisse Birkenstocks.

Ich vermisse das Tanzen bis in die Morgenstunden.

Ich vermisse es, im frisch gemähten Gras zu laufen.

Ich vermisse es, an den Füßen kitzlig zu sein.

Ich vermisse das Stehen an der Bar.

Ich vermisse es, Treppen zu steigen.

Ich vermisse es, Sonne auf der Haut zu spüren.

Ich vermisse es, vor dem Spiegel zu stehen.

Ich vermisse mein Gefühl.

Ich vermisse meine Beine!

Und langsam bekomme ich Angst, dass die Sehnsucht verschwindet und ich mich an diese vielen Dinge nicht mehr wirklich erinnern kann …